Heuer hat zum vierten Mal ein schulinterner Schreibwettbewerb stattgefunden – dieses Mal mit einer großen Neuerung: 16 Schüler:innen und zwei Elternteile waren Mitglieder der diesjährigen Jury und haben die kreativen Umsetzungen des Themas nach verschiedenen Kriterien bewertet: Originalität und Kreativität, inhaltliche Umsetzung, sprachliche Gestaltung, Wirkung auf die Leser:innen. 

Eindrücke der Jurymitglieder: 

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie vor allem die unteren Stufen sehr neue, kreative Ideen in ihre Texte einbauen.“ 

„Die Texte spiegeln die Lebensphasen der jeweiligen Schreibenden sehr deutlich wider und es ist interessant zu erfahren, was den Jugendlichen so durch den Kopf geht.“ 

„Besonders erstaunt haben mich die vielseitige Umsetzung und unterschiedlichsten Ideen zum selben Thema.“ 

 

„Es war ein spannender Prozess, so viele verschiedene Texte zu lesen und zu versuchen, diese nach Kategorien zu bewerten.“  

„Die Arbeit in der Jury war eine Möglichkeit, in die Rolle schlüpfen, die sonst im Unterricht Deutsch-Lehrpersonen übernehmen.“  

„Es hat Spaß gemacht und es waren sehr schöne Beiträge dabei.“ 

„Lauter spannende Geschichten und meine Gratulation an alle Autor:innen!“ 

Ausgezeichnet wurden die drei besten Texte pro Jahrgang und die Urkunden enthalten jeweils ein persönliches Feedback von Jurymitgliedern.  

Allen Jurymitgliedern ein herzliches Danke! Die detaillierte Auseinandersetzung mit den Texten, die Diskussionen über verschiedene Besonderheiten und Auffälligkeiten und vor allem das unglaubliche Engagement waren beeindruckend. Ganz besonders hervorzuheben sind die große Wertschätzung den Texten sowie Schriftsteller:innen gegenüber und der Blick für Nuancen und literarische Feinheiten. Es war eine Bereicherung für Frau Prof. Weinmann und mich, den Schüler:innen beim Arbeiten – beim Lesen, Diskutieren, Notieren und Reflektieren – zuzusehen! 

Deshalb nicht nur eine Gratulation an die Schriftsteller:innen, die mit viel Kreativität, Feingefühl und sprachlicher Kunstfertigkeit die großartigen Texte geschrieben haben, sondern auch an die wundervolle Jury! 

Und nun zu den ersten Sätzen der acht Sieger:innentexte, vielleicht machen sie ja Lust auf mehr – aufs Weiterlesen, aufs Schreiben sowie aufs Bewerten im nächsten Jahr! 

 

Christa Mitterlehner 

   

1. Klassen: „Der blaue Schmetterling“ von Tim Münster-Lechner, 1C 

Max schlief friedlich in seinem Bett. Es war sieben Uhr. Sein Wecker klingelte und Max öffnete die Augen. Ein blauer Schmetterling flatterte in sein Zimmer... 

2. Klassen: „Große Sorgen in kleinen Herzen“ von Mathilde Plank, 2E 

Alle Telefone in der Wichtel-Notrufstelle-für-Notfälle, kurz WNfN waren besetzt. Wieder einmal hatten Menschen Müllmassen im Meer abgeladen. Das war ein Fall für die Wasserwichtel, die in Island wohnten...  

3. Klassen: „Das letzte Versprechen“ von Rashin Saeidavi Pour, 3F 

Ein Soldat zu sein war niemals einfach, erst recht nicht in Zeiten, in denen Europa am Rande des Umbruchs stand. Ein Soldat zu sein war eine Last, bedeutete stets Entbehrung, und in dieser unruhigen Zeit noch viel mehr. Théo, ein junger schwedischer Soldat, zog die Kapuze seiner Uniform fester über den Kopf... 

4. Klassen: „Der Schmerz in mir“ von Anja Adelbauer, 4A 

Kopf hoch. Behalte dein Lächeln. Niemand darf wissen, wie es dir geht. Geh einfach den verdammten Gang entlang. 

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Der letzte Schrei. Der letzte Schrei ist etwas Grässliches und Befreiendes... 

5. Klassen: „Chiaroscuro“ von Leo Ye, 5D 

1. Matthew 

Die Wahrheit ist, dass ich am Ende bin. – Dass ich meine Sünden vergelten muss und dass ich Angst habe. 

Mein Körper ist vom Schweiß durchnässt, kristallisiertes Blut pumpt wie ein Paradiddle durch mein Herz. Es wickelt seine Finger um meinen Hals... 

6. Klassen: „Quesitio“ von Laurenz Schäfer, 6C 

Heute wird ein guter Tag, morgen werde ich vielleicht frei sein. Es ist gut, mir geht es gut, sie werden uns schon nicht finden, nicht nochmal. Nicht hier in diesem Versteck, oder? Sie haben Männer überall, vielleicht sogar Spitzel, Verräter, wie sie Papa immer nennt... 

7. Klassen: „Meine Beziehung zu Schule.“  von Alexandra Sverdlov, 7C 

Wenn Schule eine Person wäre... Ich sterbe jeden Tag ein bisschen für sie. Und jeden Tag wachse ich daraus. Damit ich morgen wieder aufstehen kann. 

Schule braucht Zeit. Ganze Tage, fünfmal die Woche. Das ist die Bedingung, könnte man sagen, damit wir zusammenbleiben. Ich hasse das an ihr, wenn ich ehrlich bin, hasse, dass sie für mich entscheidet. Heute wird ein guter Tag, morgen werde ich vielleicht frei sein... 

8. Klassen: „Wenn ein Morgen ein Privileg ist“ von Miriam Douet, 8C 

Sehr geehrte Damen und Herren, Menschen, die heute Abend nach Hause gehen werden, in ein warmes Bett, in eine sichere Stadt, in ein Leben ohne Sirenen. 

Ich würde Sie gerne um etwas bitten. Bevor Sie weiter zuhören, machen Sie für einen Moment ein kleines Gedankenexperiment...

   

Und hier die Siegerbeiträge:

„Der blaue Schmetterling“ von Tim Münster-Lechner, 1C

Max schlief friedlich in seinem Bett. Es war sieben Uhr. Sein Wecker klingelte und Max öffnete die Augen. Ein blauer Schmetterling flatterte in sein Zimmer. Als Max aufgestanden war, wollte er sich wie an jedem Montagmorgen sein Müsli machen, doch die Milch war aus. Er schmierte sich also ein Butterbrot und ging in Richtung Schule. Die Kirchturmglocke läutete. Es war sieben Uhr dreißig. Der Junge stolperte über einen Stein und schürfte sich das Knie auf. In der Schule erging es ihm auch nicht besser - er hatte keine Jause dabei und musste hungern. Er ging etwas sauer auf den Schulhof und bemerkte, dass ein Gewitter aufzog. Als alle langsam wieder in das Schulgebäude zurückkehrten, spürte Max einen schrecklichen stechenden Schmerz. Er brach zusammen, schloss seine Augen und alles wurde schwarz. War er tot? Er wusste es nicht. Eine halbe Ewigkeit, so fühlte es sich zumindest an, sah Max nichts, doch da hörte er seinen Wecker klingeln und er öffnete seine Augen. War alles nur ein Traum gewesen? Der Junge stand auf und sah einen blauen Schmetterling. Das kam Max merkwürdig vor. Als er über seinen Traum nachdachte, wollte er sich ein Müsli machen, doch die Milch war aus. Max wurde klar, dass er in seinem Traum gesehen hatte, was er an diesem Morgen machen würde, oder schon getan hatte? Er wollte das Schicksal herausfordern und als er den halben Weg zu seiner Schule geschafft hatte, hörte der Junge die Glocke läuten: Es war sieben Uhr dreißig. Er vermied den Ort, an dem er gestolpert war, absichtlich. Überglücklich darüber, dass er sein Schicksal ändern konnte, jubelte er auf. Plötzlich spürte er einen Schmerz an seinem Knie, und als er seine Hose hochkrempelte, sah er, dass es blutete. Er begriff: Heute war gestern. Als er in der Schule ankam, sicher, dass er dem Tod geweiht war, hatte er, wie vermutet, keine Jause dabei. Er verabschiedete sich ein letztes Mal von seinen Freunden. Doch als Max in den Garten ging, um dem Tod ins Auge zu sehen, erblickte er kein heraufziehendes Gewitter wie in seiner Erinnerung, sondern einen strahlend blauen Himmel. Er dachte: „Eine Anomalie! Ich bin gerettet!“ Und frohlockend wollte er ins Schulhaus rennen - da brach er zusammen. Jetzt war er endgültig tot. Jeder um ihn herum schrie, Lehrer riefen die Rettung und alles glitt davon wie ein Blatt im Wind. Alles war dunkel. Und Max öffnete seine Augen und sah einen blauen Schmetterling…

 

„Große Sorgen in kleinen Herzen“ von Mathilde Plank, 2E

Alle Telefone in der Wichtel-Notrufstelle-für-Notfälle, kurz WNfN waren besetzt. Wieder einmal hatten Menschen Müllmassen im Meer abgeladen. Das war ein Fall für die Wasserwichtel, die in Island wohnten. Sie waren dafür zuständig, allen Müll, der im Meer landete, zu vernichten. Normalerweise wäre das kein Problem für sie gewesen, denn Wichtel aller Art liebten Müll und fraßen ihn jeden Tag, doch die Mengen, die auf der Welt entstanden, konnten die kleinen Wesen unmöglich verdrücken.

Zwei Minuten nachdem der Notruf in der Zentrale ankam, machten sich sechs Patrouillen mit jeweils fünf Wasserwichteln auf den Weg zu der Stelle, die die Wanderwichtel beschrieben hatten. Diese Art spazierte über die ganze Erde und meldeten der WNfN, wenn sie sahen, wie Menschen die Umwelt verschmutzten. Die leitete es dann an die jeweiligen Arten weiter. Die Wasserwichtel waren in kurzer Zeit an ihrem Ziel angekommen, denn sie zischten so schnell durch das Gewässer, dass man sie gar nicht wahrnehmen konnte, wenn sie vorbeischwammen. Erst verschafften sie sich einen Überblick, und wieder einmal war es viel zu viel, was da vor ihnen lag. Das würden sie nie schaffen! Ein geistesschneller Wichtel rief die WNfN an, um Verstärkung hierher zu holen, doch das ging nicht, denn es gab nur 20 Patrouillen und davon waren die Gruppen 1, 8, 14, 4 und 19 auf Urlaub, 2, 15, 5, 12, 9, 16, 7 und 11 mussten einen anderen großen Fall bearbeiten und 20 war wegen plötzlichem hochansteckendem Fieber ausgefallen. So kamen nur noch sie infrage. Also blieb den Wasserwichteln wohl nichts anderes übrig, als so viel wie möglich zu essen.

45 Minuten später war der Berg zwar schon etwas geschrumpft, doch mehr als ein Drittel konnten die Wasserwichtel einfach nicht vertilgen. Müde und pappsatt lagen sie nebeneinander und starrten auf den übergebliebenen Müll. „Wie soll das bloß weitergehen?“, fragte einer betrübt. „Ach, ich weiß es nicht“, antwortete ihm ein anderer. „Warum kapieren die Menschen nicht, dass sie sich ändern müssen?“ Und so ging es noch eine Zeit lang weiter, doch eine richtige Idee für eine Lösung fand keiner. 

Epilog: Doch was ist, wenn wir Menschen den Wichteln helfen? Egal, ob es ein noch so kleiner Beitrag ist - er hilft! Dann hätten morgen auch kleine Herzen weniger Sorgen!

 

„Das letzte Versprechen“ von Rashin Saeidavi Pour, 3F

Ein Soldat zu sein, war niemals einfach, erst recht nicht in Zeiten, in denen Europa am Rande des Umbruchs stand. Ein Soldat zu sein, war eine Last, bedeutete stets Entbehrung, und in dieser unruhigen Zeit noch viel mehr. Théo, ein junger schwedischer Soldat, zog die Kapuze seiner Uniform fester über den Kopf. Es war das Jahr 1812, und obwohl Napoleons Kriege weite Teile Europas in Flammen setzten, lag Schweden noch immer wie in einem unruhigen Zwischenraum.

Neben ihm stand Juliette, eine Frau mit französisch-schwedischer Herkunft, die ihm viel bedeutete, und blickte traurig auf die flackernden Schatten des Lagers. Ihre Nähe war sein kleiner Trost in dieser unruhigen Zeit, ein kleiner Funke Wärme, der daran erinnerte, dass es noch etwas Schönes gab, bevor das ungewisse Morgen alles veränderte. Juliette fixierte die Falten ihres weiten, puffigen Kleides in einem zarten Pink, während ein kleiner Fächer in ihrer Hand lag, den sie nervös hin- und herbewegte. „Musst du wirklich gehen? Nimm zumindest meinen Fächer, falls die Kanonen zu heiß werden“, fragte Juliette leise, mit ein wenig Humor. Théo musste schmunzeln, obwohl ihm das Herz schwer war. „Ich glaube kaum, dass Napoleon in Paris einen Fächer akzeptieren würde, selbst wenn er rosa ist“, antwortete er ruhig, ein Hauch von Humor in der Stimme ebenso. Juliette warf einen Blick auf die Uhr ,,Du musst los, nein?“. Théo nickte stumm und senkte kurz den Blick, als könne er es nicht ertragen, die Traurigkeit in Juliettes Augen zu sehen. „Versprich mir eines,“, fing Juliette an, „vergiss mich nicht, und kehre bald zurück.“ Mit einer letzten Umarmung verabschiedeten sich Juliette und Théo. Schließlich löste sich Théo von Juliette. Worte hatten keinen Platz mehr zwischen ihnen. Der Abschied lag schwer in der Luft und Juliette stand alleine in dem leeren, kühlen Raum.

Der Abend war kalt, doch der Himmel brannte in einem warmen Orange, als wollte es die Welt trösten. Mit gesenktem Blick machte sich Juliette auf den Weg zurück in das Haus, in dem sie mit anderen jungen Frauen lebte. Sie trat ein, schloss leise die Tür hinter sich und blieb einen Moment stehen. Das Lachen der anderen klang fern, beinahe fremd. Im Haus war es wärmer als draußen. Kerzenlicht flackerte an den Wänden und das leise Lachen ihrer Freundinnen erfüllte den Raum. „Da ist sie ja,“, sagte eine, Gertrude, mit einem spitzbübischen Lächeln. „Was ist denn mit dir los? Du siehst aus, als hättest du gerade Abschied von deinem Ehemann genommen.“ Ein leises Kichern ging durch die Runde. „Nun, deshalb brauche ich keinen Mann,“, mischte sich Josephine ein und fächerte sich Luft zu. „Am Ende ziehen sie doch alle in irgendeinen Krieg und lassen uns zurück.“ „Warten und hoffen“, ergänzte Winifred trocken.

„Er ist nicht mein Mann! Und wir sind auch nicht verlobt. Wir sind…gute Freunde.“, sprach Juliette rasch. Agatha legte sich theatralisch eine Hand auf die Brust ,,Und gute Freunde“, begann sie mit dramatischer Stimme, „sehen nicht so aus, als würde man ihnen soeben das Herz aus der Brust reißen!“ Einige der Mädchen kicherten, eine klatschte sogar leise in die Hände.

Spät in der Nacht, als das Lachen ihrer Freundinnen längst verklungen war, saß Juliette allein am Fenster. Das Orange des Abends war verschwunden, nur die Kälte blieb. Draußen irgendwo, hinter den dunklen Häusern, bereitete sich Théo auf den Marsch vor. Morgen würde er gehen, Morgen würde alles anders sein. Der Morgen kam grau, Juliette hatte kaum geschlafen, sie spürte kein Herzklopfen. Sondern Angst, irgendetwas stimmte nicht. Aber was? Nach dem Frühstück machte sich Juliette auf den Weg zur Stadt, sie suchte sein Gesicht zwischen der Menge. „Wohin marschieren sie?“, fragte sie laut wegen den Geräuschen einen alten Mann neben sich. „Westen, dann weiter nach Frankreich.“ Nicht lange danach, stand Juliette vor einem Offizier in fremder Kleidung und Perücke. „Name?“, fragte er monoton. „Juliette de Varenne.“ Sein Blick wurde schärfer: „Und weshalb begleiten Sie die Truppen?“ Juliette hob das Kinn ,,Ich habe Erlaubnis. Ich bin entfernt verwandt mit Seiner Majestät Karl XIII.“ Der Offizier schwieg.

„Ich werde natürlich nicht kämpfen“, erklärte sie. „Man erwartet mich.“

„Und wer genau erwartet Sie?“ Für einen Herzschlag war es still. „Ehmmm… Napoleon! Ja, ja... Napoleon.“ Sein Blick blieb auf ihr, lange. „Steigen Sie ein.“ Der Wagen setzte sich in Bewegung, Frankreich lag vor ihr, und irgendwo wartete dort Théo auf Juliette… oder hatte er?

 

„Der Schmerz in mir“ von Anja Adelbauer, 4A

Kopf hoch. Behalte dein Lächeln. Niemand darf wissen, wie es dir geht. Geh einfach den verdammten Gang entlang.

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Der letzte Schrei. Der letzte Schrei ist etwas Grässliches und Befreiendes. Es ist das letzte Anzeichen von Leben, bevor du es mit deinen eigenen Augen auslöschen sehen kannst. Und dann liegt die Person, die du am meisten hasst, einfach da.

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Ich sitze hier auf diesem kalten Boden und starre vor mich hin. Sie werden bald kommen. Spätestens Morgen. Mit ihren Sirenen durch die Stadt fahren. Und all das, nur wegen mir. Eine leichte Brise bringt den farblosen Vorhang, der mich von der restlichen Welt abscheidet, zum Schweben. Neben mir liegt der tote Körper meiner Mutter, welcher so kalt ist, wie es ihr Herz auch war. Jahrelang musste ich es aushalten geschlagen und runtergemacht zu werden. Was ist eigentlich mein Name? Ich hatte ihn vergessen. Es ist doch egal welche Buchstabenkombination nun meine ist, am Ende ist es immer noch nur ein Wort, mit dem man versehen wurde. Ich frage mich, ob Elli heute wieder einen ihrer gestreiften Pullis in der Schule anhatte. Ich werde es wohl nie wissen. Sie ist sicher enttäuscht von mir. Plötzlich fangen meine Finger an zu zittern, als hätten sie erst jetzt gerade gemerkt, was sie getan haben. Aber ich fühle keine Reue, niemals. Es ist genau 22:00 Uhr. In genau 2 Stunden beginnt morgen und dann wird alles anders sein. Ich sehe mich im Raum um und bemerke erst jetzt, in welchem trostlosen zuhause wir gewohnt haben. Die Wände sind aus Beton, die mich umzingeln und gefangen halten. Vieleicht haben sie mich schon gekriegt. Ich kann mich an nichts erinnern, außer diesen Schrei. Vielleicht werde ich hier für immer gefangen sein. Auf sehe ich vor mir ein Bild eines Stoffhasen. Als ich klein war, habe ich mich immer an ihn gekuschelt und an ein besseres morgen geglaubt. Leider ist dieses morgen nie gekommen. Tränen bahnen sich den Weg durch mein zerkratztes Gesicht. Es kommen immer mehr, doch ich starre nur auf die Betonwand vor mir. Und plötzlich passiert es wieder. Mein Herz zieht sich zusammen und da ist wieder dieses böse Monster in mir drinnen, dass mich dazu geführt hat es zu tun. Ich will dieses komische Gefühl in meiner Brust loswerden und beginne mich selbst zu kratzen. Der Schmerz ist viel besser als die andere Option. Doch dann erinnere ich mich was morgen geschehen wird, dass morgen alles viel leichter ist. Das ist meine letzte Nacht. Irgendwo im Zimmer läutet eine Uhr genau zwölfmal, sie werden gleich kommen. Doch meine Augen werden müde von dem, was sie heute alles erlebt haben und fallen zu.

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Ein lautes Gebrüll weckt mich auf. Grelles Licht. Jemand packt mich am Arm. Jetzt ist es so weit denke ich. Sie sind gekommen und haben mich geschnappt. Die Leiche ist nicht mehr im Zimmer. Grob werde ich die Stufen runter geführt und gleich danach stehe ich auf der Straße. Was hat es aber noch einen Sinn zu leben? Selbst die Blumen in ihrer ganzen Schönheit gehen im kalten Winter Zugrunde. In einer blitzartigen Bewegung riss ich mich los und steuerte auf die befahrene Straße zu. Endlich wird es ein Morgen geben vordem ich keine Angst habe. Oder durch das ich mich durchkämpfen muss. „Catherine, stopp!“, schrie jemand. Das ist also mein Name. Das Letzte, was ich sehe, ist ein Nummernschild.

 

„Chiaroscuro“ von Leo Ye, 5D

I. Matthew

Die Wahrheit ist, dass ich am Ende bin - dass ich meine Sünden vergelten muss und dass ich Angst habe.

Mein Körper ist vom Schweiß durchnässt, kristallisiertes Blut pumpt wie ein Paradiddle durch mein Herz. Es wickelt seine Finger um meinen Hals. Seine enormen Pupillen reflektieren meine, während sich die Muskeln mit jeder unkontrollierten Zuckung vor Schmerz verkrampfen.

Die Wahrheit ist, dass ich sie nie wieder sehen werde – dass es nie genug für mich war und es auch nie sein würde. Es festigt seinen Griff. Dieses Mal bin ich allein. Meine Wahrnehmung wird trüb und nach Ewigkeiten fühle ich das erste Mal wieder Müdigkeit. Seine grauenhafte Visage verschwimmt in einer Lichterflut zu ihrem Angesicht – das Licht am Ende meines Lebens.

Die Wahrheit ist, dass ich ihr alles weggenommen habe – dass ich wusste, was passieren würde und mich nicht dagegen entschieden habe.

Schon als Kinder waren wir unzertrennlich. Ich erinnere mich daran, wie wir gemeinsam aus alten Kochbüchern kochen lernten und Essen zum Krankenhaus brachten, wie wir gemeinsam nach der Schule nach Hause gegangen sind, an die Ferien, in denen wir jeden Tag die Stadt neu entdeckten und an die Regentage, an denen die Sonne trotzdem schien.

Die Wahrheit ist, dass ich diese Zeiten nie loslassen konnte.

Ich erinnere mich daran, wie wir älter wurden und sich alles änderte. Tagsüber studieren und arbeiten, nachtsüber lernen. Von Moms Ersparnissen blieb nach den Behandlungen kaum etwas übrig und Crystal musste sich damals noch um ihren Vater kümmern. Ich spürte die Verzweiflung, als ich realisierte, dass es nicht mehr so sein würde wie früher und wie weit ich gegangen war, um der Wirklichkeit zu entkommen. Vor allem hatte ich sie mit hineingezogen, und obwohl sie am meisten darunter litt, war ihr Lächeln ehrlich.

Die Wahrheit ist, dass Sterne viele Jahre nach ihrem Tod immer noch am Himmel leuchten.

II. Crystal

Die Realität ist, dass wir nie Erwachsen wurden – dass sich alles und nichts änderte.
Das erste Mal redeten wir im Krankenhaus miteinander. Ich wusste, was du durchmachen musstest, weil ich dasselbe durchmachte und war einfach nur glücklich, weil ich nicht mehr allein war. Als wir das Krankenhaus verließen, fragte ich, ob wir uns am nächsten Morgen wieder sehen würden. Von da an hat es keinen Tag gegeben, wo wir uns nicht sahen.

Die Realität ist, dass wir beide Fehler machten – dass ich ebenso blind war wie du.

Es begann nicht mit der Trauer um unsere Verstorbenen, oder? Die ganze Zeit über schon hatten wir nur uns und begriffen, dass wir keine Kinder mehr waren. Du wolltest, dass alles wieder so wird wie früher und ich wollte einfach nur bei dir sein. Auf einmal waren wir süchtig. Selbst als ich vor dir zusammenbrach, sagte ich, dass es mir gut ginge, weil ich dachte, dass alles in Ordnung sei, solange ich in deiner Nähe blieb.

Die Realität ist, dass nicht alles in Ordnung war und ich es nicht wusste, weil ich mich immer in deiner Nähe befand.

In dieser einen Nacht war es schlimmer als sonst. Die Schmerzen waren unerträglich, ich verlor die Kontrolle über meinen Körper und die schrecklichen Halluzinationen waren nicht mehr zu ignorieren. Ich war schon tot, als Hilfe kam.

Die Realität ist, dass wir uns morgen nicht sehen werden – dass ich Frieden gefunden habe, dass ich dir verzeihe und dass du mir nicht folgen sollst, so wie ich es bei dir tat.

III. Wahrheit

Die Wahrheit ist, dass jede Nacht endet – dass diese Nacht auch enden würde und morgen die Sonne aufgeht.

 

„Quesitio“ von Laurenz Schäfer, 6C

Quesitio

Heute wird ein guter Tag, morgen werde ich vielleicht frei sein. Es ist gut, mir geht es gut, sie werden uns schon nicht finden, nicht nochmal. Nicht hier in diesem Versteck, oder? Sie haben Männer überall, vielleicht sogar Spitzel, Verräter, wie sie Papa immer nennt. Wir haben uns hier ein neues Leben aufgebaut und genau deswegen dürfen wir nicht über unsere Vergangenheit sprechen und schon gar nicht über das, was Mama passiert ist, sonst kommen sie, die schwarzen Männer, hat Papa gesagt.

Das Dröhnen des Weckers reißt mich aus meinen Gedanken, die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen, zu sehr hallten in meinem Inneren die Worte von damals, die losen Gedankenfetzen, die mich immer wieder in meinen Träumen heimsuchen und nicht und nicht kapitulieren wollen. Von den Ausrüstungen, die die schwarzen Männer dabei hatten, alles nur für uns, wir sind doch Menschen? Wie sie sie packten und schrien.

Mir fällt es schwer, aus meinem Gedankengefängnis zu entkommen, manchmal ist es unmöglich. Mir geht es gut. Diesen Satz wiederhole ich und merke, wie ich mich langsam beruhige, während ich meine Sachen für die Schule packe. In Allgemeinbildung sprechen wir gerade über den Nationalsozialismus. Es ist doch so seltsam, eine Vorstellung von Gut und Böse, welche so lange in der Vergangenheit liegt, trotzdem aber jetzt auch mein Leben zu beeinflussen versucht. Weil es sich immer wiederholt? Warum waren und sind sie nur so wütend, die Menschen? Immer und immer wieder? So viele Fragen über sie – über die schwarzen Männer.

Die frische Luft tut gut. Ich ziehe meine Kapuze ganz über mein Gesicht, bloß dass keiner Verdacht schöpft. Ich bin mir sicher, jeder dieser Menschen, die hier in ihren großen Häusern wohnen und so sehr durch ihr konservatives Denken geprägt sind, nie etwas Neues zu akzeptieren, würden mich und meinen Vater verraten. Egal, was wir sagen, die Menschen werden in uns immer nur den Abschaum der Gesellschaft erkennen. Wenn ich an all den glücklichen Familien vorbeilaufe, versuche ich erst gar nicht, an sie zu denken, an meine Mutter, die damals zur Zielscheibe dieses Hasses wurde. Ohne Grund, so erfüllt mit Hass haben sie sie umgebracht, und noch vor meinen Augen. Damals war ich auch am Weg zur Schule. Auch ein Wintertag. Und derselbe beißende Wind, der mir entgegenweht. Hoffentlich passiert mir heute nichts. Heute wird ein guter Tag, morgen werde ich vielleicht frei sein.

Nur mehr ein paar Straßen, dann bin ich da, versuche ich mich abzulenken und nicht an den fürchterlich patriarchalen und von der Gesellschaft wahrscheinlich einfach nur als konventionell beschriebenen Unterricht meines Physiklehrers zu denken. Er ist im Lehrerkollegium vermutlich der, der am wahrscheinlichsten mit dieser bescheuerten Make America Great Again-Kappe auftauchen würde, wenn die Direktorin ihn nur ließe. So ein rechtes Arschloch!

Das Wort darf ich eigentlich nicht sagen, und denken soll ich auch nicht daran, sagt Papa, obwohl er es selber immer benutzt. Immer wenn es um dieser Art Physiklehrer-Mensch geht.

Gedankenverloren gehe ich den Weg aus verwachsenen Pflastersteinen entlang. Als ich nach einer Weile aufblicke, sehe ich sie, die dunklen Gestalten. Aber das kann nicht sein, nach so langer Zeit? Mit Schutzweste, vorgehaltener Waffe und einer großen Aufschrift ICE, POLICE, die mich sofort wieder alles erinnern lässt. Sie waren es gewesen, die meine Mutter in ihrem Auto überfallen hatten, zu dritt und der neben ihr schoss ihr dreimal ins Gesicht. Da sehen sie mich auch schon, gehen in meine Richtung, ich weiß nicht, ob sie mich erkannt haben, haben mich ja damals auch befragt, oder ob sie mich nur wegen meines Vaters verfolgen? Aber das ist jetzt egal. Ich renne und renne. Versuche, meiner Vergangenheit zu entkommen, vielleicht werde ich eines Tages frei sein.

 

„Meine Beziehung zu Schule“ von Alexandra Sverdlov, 7C

Wenn Schule eine Person wäre…

Ich sterbe jeden Tag ein bisschen für sie. Und jeden Tag wachse ich daraus. Damit ich morgen wieder aufstehen kann.
Schule braucht Zeit. Ganze Tage, fünfmal die Woche. Das ist die Bedingung, könnte man sagen, damit wir zusammenbleiben. Ich hasse das an ihr, wenn ich ehrlich bin, hasse, dass sie für mich entscheidet. Aber das brauche ich vielleicht, ich weiß ja selbst nicht, wer ich bin. Das ist okay für mich, das ist ein guter Deal. Schule ist meine Priorität, sie braucht mich eben. Ich brauche sie. Ohne Schule bin ich niemand. Ohne sie werde ich kein Geld verdienen, nicht genug, kein Leben haben, nicht genug. Ich brauche sie. Für Status, Privilegien, mein Morgen.
Deshalb sage ich auch nichts, wenn sie spätabends in mein Zimmer kommt, ohne anzuklopfen, damit ich ihre Probleme löse. Denn Schule hat Probleme, die man einfacher in Worte fassen kann als meine. Sie versteht meine Probleme nicht, aber sie spricht offen über ihre, versucht, sie zu lösen. Das ist doch gut, oder?
Trotzdem wünsche ich mir manchmal, es wäre anders. Schule hat strikte Regeln und Grenzen, ich kann meine Worte nicht so schreiben, nicht so formatieren, wie ich will. Manchmal habe ich das Gefühl, ich kann nicht sein, wer ich bin. Nicht, ohne dass sie mich dafür schief anschaut. Nicht, weil ich mein Spiegelbild lächerlich finde, neben ihren Idealen. Nicht, weil Schule mich auch bestrafen kann, wenn ich zu laut, zu lustig, zu launisch bin. Nicht körperlich. Aber sie zählt meine Fehler und hält sie mir vor, wenn ich wieder ausrutsche. „Siehst du das?“, meint sie dann, „Und ich behalte dich trotzdem. Aber es hängt von dir ab. Wenn du deine Ziele erreichen willst, musst du dich ändern.“
Und ich habe mich verändert. Für Schule. Ich habe mich angepasst und ich bin stolz darauf. Aber ich möchte trotzdem stark sein und kreativ, ich möchte trotzdem Dinge tun, die ihr nicht wichtig sind. Die mir morgen nichts bringen. Dafür brauche ich manchmal Abstand. Ich möchte Zeit mit meinen Freunden verbringen, mit meiner Familie. Sie mag Schule, sie sagt, ich soll mich um sie bemühen. Morgen wird es besser, morgen bist du vorbereitet. Ich kann sie verlassen, aber das ist nicht gut für mich. Für morgen.
Also ist es meine Entscheidung, immer wieder, wenn ich sie stundenlang besuche, wenn ich mich regelmäßig hübsch mache und wegen ihr denke, ich mache nicht genug. Meine Entscheidung, wenn ich abends in meinem Bett zusammenbreche und nicht mehr weiß, wer ich ohne Schule bin, wenn ich heule und schreie, weil ich mich gefangen fühle und nur noch laufen will, weg, weg, weil ich in einem Käfig aus Erwartungen stecke. Wenn ich kämpfe und nicht mehr weiß, wofür. Wenn ich zerbreche und zerfalle und mich trotzdem weiterschleppe, zu müde, um es für mich selbst zu tun. Darum tue ich es für sie, immer für sie. Denn morgen bekomme ich immer, was ich brauche, morgen macht sie mich doch zu ihrer Heldin, morgen gehen wir doch Hand in Hand. Egal, wie tief sie mich fallen lässt, sie belohnt mich immer. Morgen.
Morgen bekomme ich, was ich will. Schule ist fair. Schule ist gut. Schule macht mich besser. Es ist nicht ihr Fehler, wenn ich versage. Es ist meine Schuld, wenn ich nicht genug investiere. In mich, in sie, in uns. Ich urteile nur zu schnell, zu jung, zu laut. Es tut mir leid. Sie ist mein Leben und zeigt mir, was das bedeutet. So soll es sein, oder nicht? So kann ich jemand sein. Morgen vielleicht.

 

„Wenn ein Morgen ein Privileg ist“ von Miriam Douet, 8C

Sehr geehrte Damen und Herren, Menschen, die heute Abend nach Hause gehen werden, in ein warmes Bett, in eine sichere Stadt, in ein Leben ohne Sirenen.

Ich würde Sie gerne um etwas bitten. Bevor Sie weiter zuhören, machen Sie für einen Moment ein kleines Gedankenexperiment. Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgen Früh zu Ihrer gewohnten Zeit auf. Vielleicht weckt Sie ein warmer Sonnenstrahl. Vielleicht hören Sie Ihren Wecker läuten. Eventuell bedrückt Sie schon der Gedanke: Was soll ich frühstücken?

Jetzt stellen Sie sich vor, dass das Erste, was Sie hören, kein Wecker ist. Sondern Sirenen. Nicht einmal, sondern immer wieder. Ihre Eltern wecken Sie nicht mit einem „Guten Morgen“, sondern mit einem „Schnell! Wir müssen gehen! Jetzt!“. Sie dürfen nur eine Tasche mitnehmen, alles andere bleibt zurück. Ihr Zimmer. Ihr Zuhause. Ihre ganzen Erinnerungen. Sehr geehrte ZuhörerInnen, ich bedaure, Ihnen sagen zu müssen, dass dies für viele Menschen auf dieser Welt kein Gedankenexperiment ist. Es ist ihr Morgen und somit ihre Realität. Ich spreche heute zu Ihnen als Stimme eines Mädchens, das in einem Krieg aufwächst. Ein Mädchen, das gelernt hat, bei jedem lauten Geräusch zusammenzuzucken. Ein Mädchen, das gezwungen war, zu lernen, um das Überleben zu kämpfen. Ein Mädchen mit einem Wunsch: Ein stinknormaler Morgen, ein Morgen ohne Ängste, ein ruhiger Morgen, ein Morgen, an dem mein Wecker mich von meinen Träumen aufweckt. Ist das wirklich zu viel verlangt? Anscheinend schon. Wissen Sie, was das Schwerste daran ist? Nicht nur der Krieg. Sondern zu wissen, dass es irgendwo auf dieser Welt Kinder gibt, die morgens aufstehen und sich über Hausaufgaben beschweren. Menschen, die schlecht gelaunt sind, weil das Internet spinnt. Und bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Das ist nichts Schlechtes. Das ist ein Privileg. Ein Privileg, das viele von Ihnen heute besitzen. Ein Privileg, das bedeutet, dass Sie heute Abend ruhig einschlafen können, ohne Angst, dass die Welt über Ihnen zusammenbricht. Ein Privileg, welches hoffentlich jeder wertschätzt.

Und genau deshalb habe ich heute zwei Bitten an Sie. Meine erste Bitte ist: Vergessen Sie uns nicht. Wenn Sie Nachrichten sehen, wenn Sie Bilder von zerstörten Städten sehen, denken Sie daran, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht. Ein Kind. Eine Familie. Eine unschuldige Person. Ein Leben, das einmal ganz normal war. Wir sind keine Schlagzeilen, wir sind Menschen! Meine zweite Bitte ist: Nutzen Sie das Privileg, das Sie haben. Wenn Sie heute Abend ruhig schlafen können, wenn Sie morgen ohne Angst aufwachen, dann erinnern Sie sich daran, dass genau das für viele Menschen auf dieser Welt ein Traum ist. Und vielleicht liegt genau darin unsere Hoffnung. Dass Menschen, die in Frieden leben, ihre Stimme nutzen können. Dass Menschen, die das Gefühl von Sicherheit kennen, sie auch für andere einfordern können. Schlussendlich kann sich keiner von uns aussuchen, wo wir geboren werden, stimmt’s?

Liebe ZuhörerInnen, ich glaube an etwas sehr Einfaches, und zwar daran, dass die Welt nicht nur durch große Entscheidungen verändert werden kann. Sondern auch durch Mitgefühl. Durch Aufmerksamkeit. Durch Menschlichkeit. Durch Menschen, die sich entscheiden, nicht einfach wegzusehen. Und wer weiß, vielleicht wird eines Tages ein Mädchen irgendwo auf dieser großen Welt aufwachen und zum ersten Mal hören, wie sich ein Morgen anhört, wenn es keine Sirenen mehr gibt. Vielleicht beginnt genau heute der Tag, an dem wir gemeinsam dafür sorgen, dass jeder Morgen auf dieser Welt ein sicherer sein kann.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

 

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